Benutzerverhalten im Netz – Webdesign für den User

Benutzerverhalten im Netz

In den Weiten des WWW gibt es unzählige Webseiten, und jede hat einen bestimmten Stil. Genauso gibt es unzählige Benutzer, die sich jeden Tag diese Webseiten anschauen. Jeder hat dabei seine eigene Art die Seiten zu betrachten. Viele der Nutzer betrachten eine Webseite mit der sogenannten „Skrimming“ Methode. Das heißt, dass Sie die Seite nur grob überfliegen und den Inhalt kaum beachten. Wenn das die meistgenutzte Methode ist, stellt sich ja direkt die Frage, wie schafft man es, diese Nutzer so zu fesseln, dass sie auch den Inhalt lesen. Dem bin ich mal auf den Grund gegangen.

Was nimmt der Benutzer wahr?

Wonach suchen die User beim ersten Betreten der Seite? Benutzer folgen meist einem bestimmten Muster oder einer Kombination. Dabei gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Suche nach Informationen: Die Benutzer wissen in etwa, was sie suchen und werden auch mehr Inhalt durchsuchen um an das Gesuchte zu gelangen
  2. Next-Step-Fokussiert: Diese Nutzer möchten so schnell wie möglich die Information finden und reagieren hauptsächlich auf plakative Call-to-action Elemente.
  3. Kaufbereit: Diese User wissen ganz genau was sie suchen und sind eher bereit Hürden auf sich zu nehmen und länger zu suchen. Eine gut funktionierende Suche ist hierbei sehr hilfreich

Fast jeder User wird im Laufe eines Prozesses in eine der drei Kategorien fallen.

Der Übergang dieser drei Kategorien sind in der Regel fließend. Trotzdem benutzt ein User oft einen ganz bestimmten Suchtyp. Solche Muster verraten, was Benutzer beim Betreten der Webseite zuerst wahrnehmen und worauf Sie im weiteren Verlauf Wert legen. Bestenfalls sollte man auf alle der folgenden Suchtypen eingehen:

  1. Mehrwertorientiert: Dieser User sucht nach Mehrwerten. Diese können ein Produkt, oder aber auch ein Unternehmen betreffen. Er sucht nach diesen Mehrwerten und Beweisen dafür. Er möchte genau wissen, warum er ausgerechnet dieses Produkt kaufen oder dieses Unternehmen wählen sollte
  2. Spontan: Dieser Benutzer möchte die Sache schnell hinter sich bringen. Er nimmt die großen, plakativen Elemente der Seite wahr (Call-to-actions und Navigation)
  3. Relational: Dieser Nutzer wird stark durch seine Emotionen geleitet. Hierbei spielt zum Beispiel die „Persönlichkeit“ eines Unternehmens eine große Rolle. Die Werte sollten mit den eigenen übereinstimmen. Hierbei kann eine Vorstellung des Teams eine gute Anlaufstelle sein, um die Persönlichkeit zu übermitteln. Auch eine Sortierfunktion, um Produkte nach seinen Bedürfnissen zu filtern kann sehr hilfreich sein, diesen Benutzer anzusprechen.
  4. Logisch: Dieser Benutzer arbeitet sich langsam durch die Seite und saugt jede Information genauestens auf. Hierbei ist es wichtig, dass die einzelnen Produkte eine ausführliche Beschreibung haben. Zusätzlich bieten sich hier noch Rezensionen von anderen Benutzern an.

Wenn wir nun davon ausgehen, dass jeder User in eines dieser Muster fällt, sollte man versuchen, mindestens ein Element, passend zu den Suchtypen zu platzieren oder einzubauen.

Gut platzierte Inhalte

Die Aufteilung der Webseite und die Qualität der Inhalte ist immens wichtig. Eine Seite die billig auf den Nutzer wirkt, kann schnell als nicht relevant eingestuft und direkt verlassen werden.

Hochwertige Grafiken und Bilder steigern natürlich die Aufmerksamkeit der Benutzer. Große Bilder von Personen, die den Nutzer direkt anschauen werden oft als einladend empfunden. Jedoch sollte man aufpassen, nicht zu viele Bilder von bekannten Datenbanken zu nehmen. Geübte Benutzer erkennen solche Bilder sehr schnell und der Effekt wäre hinüber. Weiterhin sollten wichtige Informationen oben platziert werden. Oft hat man nur weniger Augenblicke um das Interesse zu wecken. Die wichtigen Schlüsselbegriffe sollte sofort ins Auge fallen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass viele Benutzer eine F-förmige Blickrichtung auf die Seite haben. Das bedeutet, dass sie mit dem Betrachten der Seite oben links anfangen. Anschließend wandert das Auge in die unteren Bereiche der Webseite. Die geschieht oft in Sekunden. Deshalb sollte man weitestgehend auf zentrierte Elemente verzichten und die meisten Inhalte linksbündig ausrichten.

Die Farben

Wenn man die Farbgestaltung einer Webseite plant, sollte natürlich in erster Linie die Lesbarkeit der Inhalte im Vordergrund stehen.

Benutzer können durch Farben jedoch auch bewusst und unbewusst beeinflusst werden. Jede Farbe löst bei Personen eine gewisse Wirkung aus. Ein großer Button kann in einer anderen Farbe gleich zu einem ganz anderem Gefühl führen. Dazu habe ich eine kleine Grafik erstellt, die verdeutlichen soll, welche Farben wie wahrgenommen und empfunden werden.

 grafik_farbe

Der Mix ist entscheidend

Da es viele viele Nutzer gibt, gibt es auch viele Arten, wie eine Webseite empfunden werden kann. Trotzdem sollte man die verschieden Suchmuster und Suchtypen berücksichtigen und in die Gestaltung einer Webseite einfließen lassen. Der Großteil der Benutzer wird eine Webseite nur kurz überfliegen. Hier heißt es die wichtigen Informationen so bereitzustellen, dass auch diese „schnellen“ Benutzer diese wahrnehmen können.

3 Kommentare
    Antworten

    Super Beitrag!
    Auch diese Pyramide ist echt gut.
    Danke für die Infos

    Grüße Jule

    Antworten

    Klasse Anleitung, man sollte aber auch bei den Bildern und Texten darauf achten das man viele Leute begeistert und motiviert weiter auf der Webseite zu bleiben und das was man mitteilen möchte auch zu transportieren.

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    Grüß Dich,
    das Verhalten der Internetnutzer ist sicherlich noch lange nicht so gut erforscht wie es hätte sein müssen.

    Wenn ich so bedenke, dann schaue ich mir wirklich im Vorfeld erst die Webseite an bevor ich überhaupt dazu übergehe mich mit dem Inhalt auseinander zu setzen. Vielleicht liegt es aber daran, dass ich ein Kerl bin. Denn nach Studien zufolge überfliegen/scannen die Männer beim Einkaufen im Supermarkt ebenfalls die Produkte, bevor die dann das Produkt sich genauer anschauen. Ist dasselbe wie Skrimming.

    Mit den Farben sollte man aber immer vorsichtig sein, die Wahrnehmung der Individuen hinsichtlich der Farben sind sehr unterschiedlich.

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