Die Fehler der besten Webshops 2015

Beim Shop Usability Award 2015 (Shoplupe Usability Award) wurden von einer fachkundigen Jury wieder Webshops ausgezeichnet, die die Jury als herausragend in verschiedenen Kategorien bewertete. Schaut man sich die prämierten Shops genauer an, stellt man fest, dass diese oft gar nicht so überragend sind. Bei manchem der Preisträger fragt man sich, womit die Auszeichnung gerechtfertigt wurde. Wenn zum Beispiel in einem Shop für Klaviere ein Flügel für 44.000€ angeboten wird und auf der Produktseite lediglich ein einziges künstlich erzeugtes Bild angeboten wird – da würde man sich doch wohl etwas mehr erwarten, oder?

Hier ein paar Anmerkungen zu einigen der Gewinner aus 2015 und was man daraus vielleicht für den eigenen Shop lernen kann.

Gewinner B2B: goin.de – schöne Referenz-Bilder mit direktem Produktzugriff

Bildschirmfoto 2016-02-22 um 11.12.05Themenwelten zu Anwendungsbereichen und Branchen sind mit sehr schönen Referenz-Bildern ansprechend gestaltet – der Clou: man kann direkt aus den Referenz-Bildern zu den Produkten gelangen.

Es gibt spezielle Konfiguratoren für Sitzbank-Systeme und die Bestuhlungs-Planung. Ein echter Mehrwert. Vielleicht gibt es im eigenen Shop auch die Möglichkeit für einen spezialisierten Konfigurator für die Zielgruppe?

Gewinner Essen & Trinken: mymuesli.de – Konfigurator ist verbesserungsfähig

indexSo gut der Konfigurator schon ist, er könnte meiner Meinung nach noch einen größeren Gamification-Faktor erhalten. Zum Beispiel durch lustige Microinteractions, bei denen zum Beipiel die Zutaten anschaulich in die Dose rieseln und man optisch mitbekommt, wann die Packung voll ist. Das wäre viel cooler als die Fehlermeldungen, die aktuell kommen.

Außerdem nervt es mich persönlich total, dass ich nicht bis zum Ende der Müsli-Dose scrollen kann und sie immer unten abgeschnitten ist. Auch das viele Gescrolle bei den Zutaten könnte man noch übersichtlicher abbilden.

Gewinner Freizeit & Hobby: demmer-piano.de – Bilder für 44.000€ Produkte sollten besser sein

Bereits auf der Kategorieseite lässt die Bildqualität zu wünschen übrig. Bei derart hochwertigen Produkten kann man deutlich bessere und mehr Fotos erwarten, und zwar aus allen Blickwinkeln, als 3D in 360 Grad usw. Und vor allem sollten es echte Bilder sein und keine am Computer generierten. Zudem würde ein Flügel ganz anders wirken, wenn man ihn in der entsprechenden Umgebung aufnimmt – und vor allem mit Menschen, die es mit Leidenschaft spielen.

Gewinner Hardware, Software & Unterhaltungselektronik: luxusschall.de – Interaktive Kaufberatung startet erst gar nicht

Der Shop möchte viel Service bieten, leider funtionierte die interaktive Kaufberatung bei mir nicht. Optimal fand ich auch die sogenanten „Bundles“ nicht, von der Begrifflichkeit her und auch von ihrem Einsatzzweck und Zielgruppe her – fertige Pakete sind super, aber es sollte auch schnell klar werden, für wen und was sie geeignet sind.

Gewinner Haushalt, Heimwerken & Garten: wmf.com – unechte Fotos und unpassende Emotionalität

indexAuszug aus der Produktbeschreibung: „In unserer Topfserie verbindet sich mediterrane Lust am Leben mit der Freude am perfekten Gelingen und einem rundum guten Gewissen.“ und „Die robusten, aber auch grazilen Töpfe, mit einer konischen Linienführung, signalisieren formal italienische Großzügigkeit.“ – noch Fragen?

Hier wird ein ganz seltsamer Emotionalisierungsansatz versucht, der durch das künstliche, sterile Bild ad absurdum geführt wird. Kochtöpfe kann man so bestimmt nicht mit italienischer Lebensfreude verbinden, da müssten „echte“ Bilder her, mit Menschen, die kochen, mit Videos usw.

Ich glaube, nur so kann man einem eigentlich „schnöden“ Kochtopf Leben und Emotion eingehauchen.

Gewinner Möbel & Wohnen: click-licht.de – durchschnittlicher Shop mit netter Integration von Ansprechpartnern

indexSchade finde ich in diesem Shop, dass die Produkt-Bilder mal mit, mal ohne Hintergrund aufgenommen sind. Die mit Hintergrund wirken einfach nicht so hochwertig.

Aber richtig nett sind die Ansprechpartner, die auf den Kategorieseiten integriert sind – mit sehr netten, persönlichen Fotos. Das könnte sich der ein oder andere Shop abgucken.

 

Gewinner Bester Markenshop: devolo.de – Konfigurator fürs Bügeleisen in der Garage

Ein weiterer Versuch eines Konfigurator für Smart Home Produkte. Leider auch nicht 100%ig gelungen – es wird zu sehr von den Produkten gedacht, ich würde so etwas eher über konkrete Anwendungs-Szenarien aufziehen. Der Konfigurator macht auch einfach keinen Spaß. Anstatt cooler Anwendungsfälle werden ein paar willkürliche Geräte buchstäblich in den Raum geworfen. Man kann also zum Beispiel die Kaffeemaschine im Badezimmer oder das Bügeleisen in der Garage steuern, toll. Das geht meiner Meinung nach noch besser.

Gewinner Spielwaren & Kids: stabilo.de – etwas lieblose Produktdetailseiten

Die Kategorieseiten könnten bereits mehr Infos zu den Produkten liefern, ein paar Bullet-Punkte zu den Highlights und Einsatzgebieten wäre schön. Und die Produktseiten sind echt lieblos – auch hier würden ein paar wichtige Merkmale im oberen Bereich und nettere Beschreibungen helfen. In der Markenwelt werden große Emotionen mit tollen Bildern aufgebaut, dies spiegelt sich im Shop nicht wieder, das Storytelling sollte in den Shop stärker integriert werden.

Fazit: Auch preisgekrönte Webshops sind oft alles andere als perfekt. Ich glaube, das wichtigste ist immer wieder der Perspektivwechsel: was wünschen sich die Besucher? Wie kann ich die Besucher begeistern? Wie schafft man es, dass der Shop Spaß macht, anstatt nur ein Bedürfnis zu befriedigen?  
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