Recap New Platform Advertising 2015 – Erkenntnisse für den Mittelstand

Jerome Jarre auf der Bühne

Pinterest, Instagram, Snapchat, What’sApp – gelungener Überblick über aktuelle und zukünftige Advertising-Möglichkeiten auf „neuen“ Social Media Plattformen.

Ich finde, dass sich Online-Marketing-Events und ihre Vorträge oft zu stark auf große Unternehmen beziehen, auf Riesen-Budgets, auf umsatzstarke B2C-Webshops mit Abermillionen Page-Impressions und bekannte Brands. Mittelständische und B2B-Unternehmen scheint es eigentlich gar nicht zu geben, obwohl diese das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.

„New Platform Advertising“ hört sich auch eher abgehoben an und wenig relevant für klassische KMU und B2B. Aber wir wollen für unsere Kunden immer auf dem neuesten Stand sein und keinen Trend verpassen. Daher wollte ich mal checken, ob es nicht ein paar coole neue Sachen gibt, die praxistauglich sind.

Hier kommen meine persönlichen Erkenntnisse, die ich auch für unsere Kunden interessant finde:

1. Social Media Selfmade Star Jerome Jarre ist ein unkonventioneller und cooler Typ, der zurecht behauptet „In social media you can’t lie. You need to be honest, true, trustworthy.“ Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die man sich als Unternehmen aber immer wieder klarmachen sollte. Jerome selbst hat ein Millonen-Dollar-Werbeangebot ausgeschlagen, um authentisch zu bleiben.
Er empfiehlt Unternehmen, ihr Marketing zu „revolutionieren“ und rät zu allererst: „be a good company“. Das hört sich ganz toll und erstrebenswert an, kann aber nicht von allen bzw. von fast keinem Unternehmen realisiert werden – es wären eigentlich so gut wie alle Firmen raus, inklusive Apple, Amazon, allen Banken und all den anderen, die moralisch bewiesenermaßen angreifbar sind. Was „gut“ sein heißt, muss wohl jedes Unternehmen für sich selbst definieren.

Hochrelevant ist aber Jerome Jarre’s Statement: „we want to see human stories on social media“ – das vergessen viele Unternehmen, die die Social Media Geschicke und damit ihren direktesten Kommunikationskanal zum Kunden in Praktikanten-Hände geben. Auch eine externe Agentur kann keine authentische Social Media Betreuung für ein Unternehmen übernehmen. Auch wir können unsere Kunden nur beraten, die persönliche und fachliche Identität muss aus dem Unternehmen selbst kommen. Das ist ein entscheidendes Erfolgskriterium, das nicht allen Verantwortlichen bewusst ist. Jerome hat dies ganz anschaulich gemacht, indem er einem Zuhörer auf den Schoß gesprungen ist als Ausdruck der persönlichen Komponente, die in Social Media nicht fehlen darf.

Der unorthodoxe Franzose, der direkt aus New York eingeflogen kam, fand ein weiteres, sehr greifbares Beispiel für unkluge Social Media Aktivitäten von Unternehmen: man stelle sich vor, ein Mann trifft seine Traumfrau und engagiert zweitklassige Schauspieler in den Rollen seiner Eltern oder Freunde, um einen Eindruck von ihm zu erwecken, der überhaupt nicht der Wahrheit entspricht – am Ende kommt die Wahrheit heraus und der Mann wird nicht nur viel Geld an die Schauspieler, sondern auch die Frau verloren haben. Im übertragenen Sinne verhielte es sich genauso mit Unternehmen, die nicht authentisch und ehrlich aufträten.

2. Pinterest ist auch interessant für KMU und vor allem für Unternehmen mit visuell wirksamen Produkten und Leistungen. Für diese kann Pinterest als visuelles Bookmarking-Tool und Bildersuchmaschine einen wirksamen Stellenwert im Recherche- und Kaufprozess haben. Pinterest-User (von denen gibt es in Deutschland schon über 2 Millionen) nutzen die Plattform insbesondere vor größeren Anschaffungen, um sich inspirieren zu lassen – eine gute Gelegenheit, Produkte ganz früh im Kaufprozess im Bewusstsein der User zu verankern.

3. 8 Pinterest Erfolgs-Tipps:

  • einen aussagekräftigen Pinterest-Account anlegen, Suchbegriffe berücksichtigen und saisonale Boards zusammenstellen
  • möglichst viele Bilder / „Pins“ hochladen und mit mehrwertigen Descriptions ergänzen (200-300 Zeichen)
  • so oft wie möglich „pinnen“ – hier gilt: je mehr desto besser
  • Hochkant-Format bei den Bildern bevorzugen
  • bei kaufbaren Produkten Zusatzinfos einstellen („Rich Pins“)
  • „Folge uns auf Pinterest“ kommunizieren
  • Pinterest-Analytics-Tool nutzen
  • Pinterest-Anzeigenformate testen (animierte „Cinematic Ads“ & „buyable Pins“)

 

4. Mobile Optimierung: als wertvoll empfand ich den Hinweis von heftig.co-Gründer Peter Schilling, für Beiträge eine zusätzliche Kurzfassung für Mobilgeräte zu erstellen – ein Konzept, das mit Sicherheit Schule machen wird.

5. Für jede Platform spezifische Inhalte erstellen! Alle Referenten waren sich einig, dass jeder Kanal, ob Facebook, Pinterest oder Instagram mit eigens abgestimmten Inhalten bespielt werden sollten – also Hände weg vom Automatismus, einen Post in alle Kanäle zu blasen, das wird nicht von großem Erfolg gekrönt sein.

6. Instagram: Das Unternehmen „brandnew“ hat ein Influencer-Netzwerk aufgebaut, über das man native Werbung in der Zielgruppe platzieren kann. Einen Versuch ist das als Unternehmen mit einem passenden Leistungsangebot sicher wert.

 

1 Kommentar
    Antworten

    Ja bei so vielen Platformen wird es schwer den Überblick zu behelaten (-; Danke für den hilfreichen Artikel.

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