Website-Relaunch: Das Konzept entscheidet

Website-Konzept

Ein Website-Relaunch steht bei den meisten Unternehmen etwa alle 2-4 Jahre an, denn spätestens dann haben sich Inhalte, Leistungen und Design überholt. Allerdings ist ein Relaunch nicht nur eine Rundumerneuerung für Struktur und Image, sondern zugleich auch immer ein Risiko. Kunden und Besucher der Website könnten Probleme mit einer neuen Struktur haben, wenn diese nicht intuitiv und userfreundlich ist. Google kann durch eine neue URL-Struktur irritiert werden, nicht mehr vorhandene Seiten laufen ins Leere, Links stimmen nicht mehr und vielleicht sind auch noch relevante Inhalte und Keywords geändert worden. Der Relaunch einer Webseite sollte gut geplant werden, um hinterher nicht schlechter dazustehen als vorher.

Ich empfehle, den Ablauf eines Relaunchs in folgenden Schritten durchzuführen:

1. Ziele und Zielgruppen definieren

Um die Website optimal am Unternehmen auszurichten, sollte man zunächst Zielgruppen und Ziele definieren, falls noch nicht geschehen. Da sich der Kurs von Unternehmen im Laufe der Zeit ändert, ist der Relaunch eine gute Gelegenheit, den Webauftritt entsprechend anzugleichen. Aus meiner Erfahrung gibt es viele Unternehmen, die sich über Zielgruppen und Ziele erst wenig oder gar keine richtigen Gedanken gemacht haben, geschweige denn, diese konzeptionell bei der Website-Umsetzung berücksichtigt haben.

Es macht einen großen Unterschied, ob man mit einem Webauftritt beispielsweise Endkunden oder B2B-Kunden ansprechen will – die optimale Ansprache beider Zielgruppen mit denselben Inhalten ist meist nicht möglich. Die Zielgruppen sollten möglichst präzise charakterisiert werden (Bsp.: IT-Verantwortliche und IT-Abteilungsleiter in Unternehmen mit 100-500 Mitarbeitern, die eher rational als emotional zu überzeugen sind, umfassende und strukturierte Informationen bevorzugen und ein fundiertes Fachwissen besitzen). Nur, wenn man seine Zielgruppen kennt, kann man diese perfekt bedienen. Nur, wenn man weiß, wie die Zielgruppe tickt, kann man Design, Menü und Inhalte optimal auf die Zielerreichung abstimmen. Diese Ziele sollten ebenfalls konkret beschrieben werden (Bsp.: Preisanfrage-Formular absenden, Kauf, Newsletter-Anmeldung, Händler-Suche ausführen, Prospekt-Download, Katalog-Anfrage…)

Als Ergebnis sollte eine Auflistung der Zielgruppen mit jeweiligen Zielen herauskommen.

2. Konzept für Menü und Navigation

Auf keinen Fall sollte die Menüstruktur der alten Webseite ungeprüft übernommen werden – denn gerade beim Navigationskonzept ergeben sich oft die größten Optimierungspotentiale einer Website. Und nicht vergessen: Ein neues Design ist kein Konzept! Unter Berücksichtigung der definierten Zielgruppen und Ziele sollten die Inhalte der aktuellen Seite unter die Lupe genommen werden:

  • Stimmen die Leistungen noch?
  • Passen die Menüpunkte und deren Bezeichnungen?
  • Gibt es neue Leistungen oder Services?
  • Sind neue Alleinstellungsmerkmale hinzugekommen?
  • Gibt es neuerdeings Social-Media-Aktivitäten?
  • Sind weitere Informationen zu Produkten oder Leistungen hinzugekommen?
  • Soll es neue Möglichkeiten der Kontaktaufnahme geben?
  • Haben Menüpunkte und Leistungen zielgruppenrelevante Bezeichnungen?
  • Können Menü-Ebenen reduziert werden?

 

Als Ergebnis sollte ein überarbeitetes Menü-Konzept mit Hauptmenü und Untermenü enstehen – dazu kann man ganz gut ein Mindmapping-Tool nutzen).

3. Konzept für Startseite und Unterseiten

Als häufiger Erstkontakt kommt der Startseite einer Unternehmens-Website besondere Bedeutung zu. Daher sollte man sich einige Gedanken zu Aufbau und Inhalten der Startseite machen. Die Startseite sollte ein umfassendes Bild des Unternehmens abgeben und tatsächlich ähnlich wie das Schaufenster eines Ladengeschäfts wirken: einen Eindruck vom Leistungsspektrum geben, Schwerpunkte setzen, Lust auf mehr machen und dabei noch das angestrebte Image des Unternehmens vermitteln.

Eine gute Startseite sollte mindestens folgende Fragen beantworten:

  • Wo bin ich hier? (Logo links oben, Claim, Aussagekräftiger Titel, kurze Beschreibung)
  • Warum bin ich hier richtig? (Alleinstellungsmerkmale, Warum dieses Unternehmen? Was unterscheidet das Angebot von anderen?)
  • Was könnte/ sollte ich als nächstes tun? (Handlungsaufforderungen, call-to-actions)

 

Außerdem sollten Inhalte und Elemente geboten werden, die Lust auf mehr machen wie interessante Artikel/ News zum Thema oder Teaser für besondere Leistungen oder Services. Dabei niemals vergessen, welche Zielgruppe man ansprechen möchte. Bei jedem Relaunch sollte das Bildmaterial auf Aktualität überprüft werden und insbesondere für die Startseite aussagekräftige Bilder ausgewählt werden.

Auch für alle Kategorieseiten und Unterseiten sollten Konzepte erstellt werden mit den jeweiligen Inhaltselementen. Besondere Sorgfalt gilt dabei den Seiten zu den Leistungen des Unternehmens – hier müssen alle Infos übersichtlich und zielgruppengerecht zusammengestellt sowie passende call-to-actions definiert werden. Anhand dieser Vorlagen können alle weiteren Seiten mit Inhalten befüllt werden. Dadurch wird die Benutzerführung optimiert und die Website wirkt professionell, übersichtlich und ist „aus einem Guss“.

4. Entwicklung des Designs bzw. Theme-Auswahl

Erst jetzt kommt beim Relaunch das Design ins Spiel, egal, ob individuell oder fertiges Layout-Template. Denn das Design sollte sich an Navigationsstruktur, Inhalten und Zielen orientieren und nicht andersherum. Greift man auf die kostengünstigere Variante Theme-Vorlage zurück (allein für WordPress gibt es zig tausende von fertigen Designs), sollte man aber genau hinsehen, was dieses Theme kann, denn es gibt große qualitative Unterschiede und oft treten technische Probleme erst im Verlauf der Umsetzung zu tage.

Will man den Aufwand für weitere Design-Anpassungen möglichst begrenzen, sollte man bei der Theme-Auswahl folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Passt die Header-Struktur zum Menükonzept? (Bsp: bei vielen Menüpunkten kein Layout mit Navigation neben dem Logo, sondern besser darunter, sekundäre Top-Navigation falls erforderlich etc.)
  • Welche benötigten Funktionen sind bereits enthalten? (passende Team-Seiten, Shop, Megamenü etc.)
  • Passt die Ausgestaltung des Footers zu den geplanten Inhalten darin?
  • Ist das horizontale Top-Menü ausklappbar?
  • Ist das Theme responsive, um eine optimale Funktion auf mobilen Geräten zu gewährleisten?
  • Bewertung des Themes an sich (Wie oft gekauft? Bewertungen positiv? etc.)
  • Beinhaltet das Theme einen sogenannten Pagebuilder, der problematisch sein kann?
  • Gibt es passende Elemente für die Inhalte, die dargestellt werden sollen? (Tabs, Toggles, Akkordion, Animationen, Tabellen, Boxen, Highlights etc.)

 

Fazit:

Man sollte den Relaunch der Unternehmens-Website immer mit einem Konzept beginnen, wenn die Website bestimmte Ziele erreichen soll. Ansonsten überlässt man den Erfolg seines Unternehmens im Internet mehr oder weniger dem Motto frei nach Marius Müller-Westernhagen: „Keine Ahnung, keine Meinung, kein Konzept – keine Lust um aufzusteh’n. …Mach Dir keine Sorgen, es wird schon weitergeh’n… “ (Aus dem Song „Es geht mir gut“ von 1994)

 

2 Kommentare
    Antworten

    Wir Planen momentan einen Relaunch für unsere Seite. Der Artikel war sehr hilfreich und hat uns viele neue Ansätze gegeben. Besonders als Leihe der sich nur mit Wellness-Artikeln wie Dampfduschen oder Whirlpools auskennt, war alles sehr leicht verständlich. Jetzt müssen wir das nur noch mit unserer Agentur besprechen.
    Vielen Dank!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. *Pflichtfelder

Kontakt

   0 52 51 . 6 81 12 - 0
   0 52 51 . 6 81 12 – 10
   info@code-x.de
   Kontaktformular