Titel auf blauem Hintergrund - von rechter Seite schaut Roboter ins Bild. Links oben in der Ecke ist das ChatGPT Logo

KI Werbung: So funktioniert Werbung bei ChatGPT

Google Ads, Meta Ads – und jetzt ChatGPT Ads? Seit 2026 ist KI Werbung bei ChatGPT tatsächlich möglich. Seit dem 24. August 2026 werden ChatGPT Ads auch in Deutschland eingeführt. Damit entsteht ein neuer Werbekanal, der sich deutlich von klassischer Suchmaschinen- oder Social-Media-Werbung unterscheidet.

Das Spannende daran: Die Werbung orientiert sich nicht nur an einem eingegebenen Suchbegriff. ChatGPT kann den Kontext und die Absicht einer Unterhaltung berücksichtigen und dazu passende Anzeigen auswählen.

Aber wie funktioniert diese Form der KI Werbung genau? Was kostet sie? Welche Daten werden genutzt? Und wird ChatGPT irgendwann Google Ads oder Meta Ads ersetzen?

Wir schauen uns das genauer an.

Wie funktioniert KI Werbung bei ChatGPT?

ChatGPT Ads sind bezahlte Werbeanzeigen, die innerhalb von ChatGPT ausgespielt werden können. Aktuell erscheinen sie unterhalb einer Antwort von ChatGPT und werden deutlich als gesponserte Inhalte gekennzeichnet. Sie sind also klar von der eigentlichen Antwort getrennt.

Eine Anzeige kann unter anderem enthalten:

  • Den Namen des Unternehmens
  • Ein Logo bzw. Favicon
  • Eine Überschrift
  • Einen kurzen Anzeigentext
  • Ein Bild
  • Einen Link zu einer Landingpage

Das Besondere liegt allerdings weniger im Anzeigenformat als in der Frage, wann eine Anzeige ausgespielt wird.

Stell dir vor, jemand schreibt:

 „Ich möchte im Herbst drei Tage wandern gehen und brauche noch wasserdichte Schuhe, die nicht zu schwer sind.“

Bei einer klassischen Suchmaschine würde die Person vielleicht nach „leichte wasserdichte Wanderschuhe“ suchen. In ChatGPT beschreibt sie dagegen direkt ihre Situation, Anforderungen und Wünsche.

Genau diesen Zusammenhang kann das Werbesystem berücksichtigen.

Wird dafür der Inhalt des Gesprächs analysiert?

Ja – jedenfalls der für die Werbeauswahl relevante Kontext.

OpenAI erklärt ausdrücklich, dass für die Auswahl von Anzeigen berücksichtigt werden kann, worüber im aktuellen Chat gesprochen wird und welche Absicht hinter der Unterhaltung steckt.

Das bedeutet beispielsweise:

  • Jemand fragt nach Ideen für eine neue Küche. Eine Anzeige eines Küchenanbieters könnte passend sein.
  • Jemand informiert sich über Laufschuhe für Anfänger:innen. Eine Sportmarke könnte relevant werden.
  • Jemand plant einen Kurzurlaub. Reiseanbieter, Hotels oder passende Produkte könnten grundsätzlich infrage kommen.

Wichtig ist dabei aber: Die Werbung beeinflusst die eigentliche Antwort von ChatGPT nicht. Laut OpenAI laufen Anzeigen und ChatGPT-Antworten über getrennte Systeme. Unternehmen können also nicht dafür bezahlen, in der eigentlichen Antwort besser bewertet oder empfohlen zu werden.

Du kannst dich also nicht mit einem höheren Werbebudget in eine ChatGPT-Empfehlung „einkaufen“.

Und was ist dann mit dem Datenschutz?

Gerade bei kontextbezogener KI Werbung ist diese Frage verständlicherweise wichtig.

OpenAI gibt an, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf Chats, Chatverläufe, Erinnerungen oder persönliche Daten erhalten. Unternehmen bekommen stattdessen zusammengefasste Informationen zur Leistung ihrer Werbung, beispielsweise Impressionen oder Klicks. Nutzerdaten werden laut OpenAI nicht an Werbetreibende verkauft.

Das bedeutet allerdings nicht, dass für die Werbeausspielung gar keine Daten verarbeitet werden. ChatGPT selbst verwendet Informationen aus der aktuellen Unterhaltung, um die Relevanz einer Anzeige einzuschätzen.

Bei personalisierter Werbung könnten grundsätzlich auch frühere Chats, Erinnerungen und die bisherige Interaktion mit Werbung eine Rolle spielen. Im Europäischen Wirtschaftsraum und damit auch in Deutschland ist diese personalisierte Werbung zum Start jedoch noch nicht verfügbar.

Kurz gesagt: Ja, der Kontext wird für die Werbeauswahl genutzt. Nein, dein Unternehmen bekommt deshalb nicht den Chatverlauf der Person zu sehen.

Datenschutz bedeutet in diesem Fall also nicht „keine Datenverarbeitung“, sondern eine Trennung zwischen der internen Auswahl der Werbung und den Informationen, die Werbetreibende tatsächlich erhalten.

Wo wird Werbung bei ChatGPT angezeigt?

Aktuell ist das Ganze noch übersichtlich.

ChatGPT Ads können unterhalb einer ChatGPT-Antwort erscheinen. Sie sind optisch von der Antwort getrennt und als gesponsert gekennzeichnet.

Eine klassische Anzeigenlandschaft wie bei Google oder Meta gibt es derzeit nicht. Es gibt also aktuell beispielsweise keine bekannten Varianten wie:

  • Banner in einer Seitenleiste
  • Werbung mitten in der generierten Antwort
  • Bezahlte Platzierungen innerhalb einer Empfehlungsliste
  • Stories oder Reels
  • Display-Netzwerke auf externen Websites

Die Werbung bleibt zunächst direkt an die ChatGPT-Nutzung gekoppelt.

Angezeigt wird sie derzeit vor allem Nutzer:innen der Free- und Go-Tarife. Plus-, Pro-, Business-, Enterprise- und Edu-Konten bleiben werbefrei. Auch Konten von Personen unter 18 Jahren sollen keine Werbung erhalten.

Das ist wichtig für die Reichweite: Mit ChatGPT Ads erreichst du nicht automatisch alle Menschen, die ChatGPT nutzen.

Wie kann ich Werbung bei ChatGPT schalten?

Seit dem 24. August 2026 ist ChatGPT Ads grundsätzlich auch in Deutschland verfügbar. Der Zugang erfolgt hier zunächst über das OpenAI Ads Solutions-Team sowie über Agentur- und Technologiepartner.

Parallel entwickelt OpenAI einen eigenen Ads Manager Beta.

Und ja: Damit gibt es tatsächlich eine Plattform, die langfristig ähnlich funktionieren soll wie der Google Ads Manager oder Meta Ads Manager.

Im Ads Manager können Werbetreibende unter anderem:

  • Kampagnen erstellen
  • Anzeigengruppen anlegen
  • Anzeigen erstellen
  • Budgets und Gebote festlegen
  • Performance auswerten
  • Conversion-Tracking einrichten
  • Berichte exportieren

Aktuell ist der Self-Service Ads Manager in Deutschland allerdings noch als „Coming Soon“ gekennzeichnet.

Für deutsche Unternehmen heißt das momentan also: ChatGPT Ads sind bereits gestartet, der komplett eigenständige Einstieg über den Ads Manager folgt noch.

Welche Kampagnenmöglichkeiten gibt es?

penAI unterscheidet aktuell verschiedene Kampagnenziele.

Reichweite

Hier steht möglichst viel Sichtbarkeit im Vordergrund. Abgerechnet wird über CPM, also einen Preis pro 1.000 Impressionen.

Klicks

Hier soll die Anzeige möglichst viele relevante Klicks auf deine Website erzeugen. Bezahlt wird über CPC – Cost per Click.

Conversions

Zusätzlich gibt es conversion-optimierte CPC-Kampagnen. Dabei versucht das System, Klicks von Personen zu generieren, die anschließend mit höherer Wahrscheinlichkeit eine gewünschte Aktion ausführen – beispielsweise einen Kauf, eine Registrierung oder eine Anfrage. Bezahlt wird weiterhin pro Klick und nicht pro Conversion.

Was kostet KI Werbung bei ChatGPT?

Eine feste Preisliste gibt es nicht.

ChatGPT Ads arbeiten mit einem Auktionssystem. Werbetreibende legen ein maximales CPC- oder CPM-Gebot fest. Neben dem Gebot berücksichtigt OpenAI auch die Relevanz der Anzeige. Das Unternehmen beschreibt das Verfahren als relevanzgewichtete Zweitpreisauktion.

Für CPC-Kampagnen empfiehlt OpenAI aktuell als Einstieg ein maximales Gebot von ungefähr 3 bis 5 US-Dollar pro Klick. Das ist allerdings keine allgemeingültige Preisangabe und insbesondere noch keine verbindliche Aussage darüber, welche Klickpreise sich langfristig in Deutschland entwickeln werden.

Wie bei Google Ads dürfte der tatsächliche Preis unter anderem davon abhängen, wie viele Unternehmen um passende Werbemöglichkeiten konkurrieren und wie relevant die jeweilige Anzeige ist.

Für Deutschland ist derzeit außerdem noch kein öffentliches Mindestbudget für den Self-Service Ads Manager ausgewiesen, da dieser hier noch nicht freigeschaltet ist.

Wie messe ich Conversions und KPIs?

Auch beim Thema Tracking nähert sich ChatGPT Ads bereits klassischen Werbeplattformen an.

Im Ads Manager können aktuell unter anderem folgende Kennzahlen ausgewertet werden:

  • Impressionen – Wie oft wurde deine Anzeige angezeigt?
  • Klicks – Wie häufig wurde sie angeklickt?
  • CTR – Wie viel Prozent der Impressionen führten zu einem Klick?
  • Durchschnittlicher CPC – Was kostet dich ein Klick durchschnittlich?
  • Durchschnittlicher CPM – Was kosten 1.000 Impressionen?
  • Ausgaben – Wie viel Budget wurde verbraucht?
  • Conversions – Wie viele gewünschte Aktionen wurden deiner Kampagne zugeordnet?

Für das Conversion-Tracking bietet OpenAI inzwischen einen eigenen OpenAI Pixel sowie eine Conversions API an. Damit können beispielsweise Käufe, abgeschickte Formulare oder Registrierungen erfasst werden.

Zusätzlich kannst du UTM-Parameter an deine Ziel-URLs hängen und den Traffic beispielsweise in deinem eigenen Webanalyse-Tool auswerten.

Das Prinzip ist also ähnlich wie bei anderen Werbekanälen: Nicht nur auf Klicks schauen, sondern prüfen, was nach dem Klick passiert.

1.000 Klicks helfen dir schließlich wenig, wenn niemand danach kauft, anfragt oder sich registriert.

Für wen ist Werbung bei ChatGPT interessant?

Besonders spannend kann KI Werbung für Unternehmen sein, deren Angebote häufig vor einer Entscheidung recherchiert oder verglichen werden.

Zum Beispiel: 

  • Nutzer:innen überlegen, welches Fahrrad zu den eigenen Anforderungen passt.
  • Jemand sucht eine Software für die Buchhaltung.
  • Eine Familie plant den nächsten Urlaub.
  • Eine Person sucht einen passenden Stromtarif.
  • Jemand möchte sein Wohnzimmer neu einrichten.

In all diesen Fällen wird häufig nicht nur ein Produktname eingegeben. Menschen erklären ihre Situation, stellen Rückfragen und vergleichen verschiedene Möglichkeiten.

Genau hier liegt die Stärke von ChatGPT Ads: Unternehmen können potenzielle Kundinnen in einem Moment erreichen, in dem sie sich bereits intensiv mit einem Problem oder einer Kaufentscheidung beschäftigen.

Weniger interessant dürfte der Kanal zunächst sein, wenn du möglichst schnell eine extrem große Zielgruppe erreichen möchtest. Dafür ist die Werbeplattform aktuell noch zu jung und nur ein Teil der ChatGPT-Nutzer:innen sieht überhaupt Anzeigen.

Was solltest du bei ChatGPT Ads beachten?

Einfach eine bestehende Google-Anzeige kopieren und in ChatGPT einfügen dürfte nicht die beste Strategie sein.

OpenAI empfiehlt selbst, Anzeigen möglichst konkret und nutzenorientiert zu formulieren. Entscheidend ist, deutlich zu machen:

Was bietet dein Produkt? Für wen ist es hilfreich? Und in welcher Situation hilft es?

Statt: „Jetzt unsere hochwertigen Bürostühle entdecken!“ könnte eine Anzeige beispielsweise stärker erklären: „Ergonomische Bürostühle für lange Arbeitstage im Homeoffice – verschiedene Größen und Einstellungen verfügbar.“

Der zweite Text gibt dem System deutlich mehr Informationen darüber, wann die Anzeige relevant sein könnte.

Auch die Landingpage spielt eine wichtige Rolle. Anzeigeninhalt, Kontext und Zielseite sollten möglichst gut zusammenpassen.

Ersetzt ChatGPT Ads jetzt Google Ads oder Meta Ads?

Nein – zumindest auf absehbare Zeit nicht.

Google, Meta und ChatGPT erreichen Menschen in unterschiedlichen Situationen.

Google Ads ist besonders stark, wenn jemand bereits konkret nach etwas sucht: „Waschmaschine kaufen“

Meta Ads können Menschen erreichen, obwohl sie gerade gar nicht aktiv nach einem Produkt suchen. Ein interessantes Produkt taucht beim Scrollen auf Instagram auf und weckt überhaupt erst das Interesse.

ChatGPT Ads setzen dagegen stärker während einer Unterhaltung, Recherche oder Entscheidungsfindung an: „Unsere Waschmaschine ist kaputt. Wir sind vier Personen und brauchen ein sparsames Modell für maximal 700 Euro. Worauf sollten wir achten?“

Das sind drei unterschiedliche Situationen.

Deshalb sollte KI Werbung aktuell eher als zusätzlicher Kanal betrachtet werden – nicht als Ersatz für Google Ads oder Meta Ads.

Welche Plattform sinnvoll ist, hängt letztlich davon ab, wo deine Zielgruppe unterwegs ist und in welchem Moment du sie erreichen möchtest.

Fazit: KI Werbung könnte die Online-Werbung deutlich verändern

ChatGPT Ads stehen noch ziemlich am Anfang. Trotzdem ist das Konzept spannend.

Während klassische Online-Werbung häufig mit Keywords, Zielgruppenmerkmalen oder Nutzerverhalten arbeitet, kommt mit ChatGPT ein weiterer Faktor hinzu: der konkrete Kontext einer Unterhaltung.

Menschen erklären nicht nur, wonach sie suchen. Sie beschreiben ihre Situation, ihre Anforderungen und häufig sogar, warum sie etwas benötigen.

Für Unternehmen entsteht dadurch die Möglichkeit, Werbung genau in solchen Entscheidungsphasen auszuspielen.

Gleichzeitig bleiben noch viele Fragen offen. Wie hoch werden die Klickpreise in Deutschland? Welche Branchen funktionieren besonders gut? Wie umfangreich werden Targeting und Reporting? Und wie gut funktionieren ChatGPT Ads im Vergleich zu Google und Meta tatsächlich?

Das wird sich erst mit zunehmender Nutzung zeigen.

Fest steht aber: KI Werbung ist nicht mehr nur ein Zukunftsthema. Sie ist bereits Teil der Online-Werbung – und damit ein Kanal, den Unternehmen zumindest im Blick behalten sollten.

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